Rausschmeißen

“Ich schmeiße dich hier raus, wenn’s OK ist”, said the colleague giving me a lift from work. I remember being stunned at the combination of the seemingly aggressive verb with her normal, polite tone of voice. Cue small German lesson afterwards. Rausschmeißen does indeed mean to throw someone out etc. “Wir haben ihn rausgeschmissen” is what you might hear from a friend about a raucous guest at a party. There’s also the noun, Rausschmeißer, which means bouncer. And I was recently having coffee with a friend shortly before the café‘s closing time. The music suddenly got significantly louder. She laughed and said, “Das ist die Rausschmeißer-Musik”.

My colleague, of course, was using the word colloquially (or umgangssprachlich auf Deutsch) and simply meant to ask me if it was OK to let me out at a certain subway stop. However, to be on the safe side, if I get a lift now, I use the neutral “Ich kann schon hier aussteigen” instead of “Du kannst mich GERNE hier raussschmeißen.”

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Sag Bye-Bye

Es sind diese kleinen Alltagssituationen und Begegnungen unterwegs, die mich öfter schmunzeln lassen oder zum Nachdenken bringen.

Ein junges Elternpaar überquert die Straße. Mit einem Kinderwagen. Auf der anderen Seite verabschieden sie sich. Die Frau sagt ihrem kleinen Sohn, mit dieser komischen ich-rede-mit-einem-Baby-nicht-wie-mit-einem-normalen-Menschen Stimme: “So wir sehen uns später, ne? Mami geht jetzt zum Friseur. Bye-bye.” Sie winkt dem Kind fröhlich zu. Das Kind reagiert nicht.

Vater: Bye-bye! Sag Mama bye-bye!

Mutter: Bye-bye!

Vater: Bye-bye! Sag Mama bye-bye!

Beide winken wie bescheuert. Ich gehe weiter, höre aber, wie die zunehmend eifriger wiederholten bye-byes mit einem bemitsleidenwerten Wimmern unterbrochen werden.

Well, to quote Lesley Gore, you would cry too if it happened to you.

So beruflich

Wenn ich Zeit habe, und das ist im öffentlichen Verkehr manchmal der Fall, beschäftige ich mich mit den Gesprächen meiner Mitreisenden.

Dialog von zwei Teenagern in der U-Bahn.

“Was willst du denn später so… beruflich machen?”(Oh. Mache ich etwas “beruflich” oder “so… beruflich”?)

“Ehrlich, ich hab üüüberhaupt keinen Plan!”

“Ja…viele in unserem Alter sind so, ich will das und das werden. Aber das kann sich bis zum Abi 30 mal ändern!” (Da haste Recht, Kleines, aber ich muss dir leider sagen, es kann sich auch nach dem Abi noch 30 mal ändern. Fasten your seatbelts, it’s gonna be a bumpy ride.)

Digga!

Für manche ist es nichts besonderes, für mich ist es selbst nach mehrjähriger Erfahrung mit der Hansestadt immer noch bemerkenswert.

Ein Typ telefoniert neben mir an der Bushaltestelle. “Ääh, digga, willst du mich verarschen, oder was, digga eyyy?”

Oui, das Wort hört man bekannterweise vor allem in Norddeutschland. “Traurig aber wahr, es soll Hamburger geben die beginnen und beenden den Satz mit “Digga”, schreibt man in diesem tollen Post auf Ahoi Hamburg. Habe ich eben bestätigt bekommen.

Ich verwende es nur in Notfällen, wenn mir für das Gesagte keine andere Betonung einfällt. Am besten gleich im Gespräch mit dem Chef. Aber eigentlich bin ich für digga vielleicht nicht cool genug.

Voll aufgedressed

Zwei Kumpels mit Frisuren à la Justin Bieber und in Hosen, die der Schwerkraft anscheinend nicht widerstehen können, treffen am Bahnhof einen dritten, der genauso aussieht: “Alter, bist voll aufgedressed, eyy!”

Rein sprachlich wie immer faszinierend, vor allem weil ich meistens auf der anderen Seite der sprachlichen Erfahrung stehe, und da ich Deutsch als Fremdsprache hatte sowieso – im Sprachunterricht wird einem nämlich weder “ey” noch “aufge-was-auch-immer” beigebracht. Das muss man dann in der Praxis voll aufsaugen, ey.